Arztpraxis Dipl.-Med. Marion Eggert
Fachärztin für Innere Medizin - Hausärztin - Palliativmedizin - Akupunktur

Corona-Virus-Varianten

Mittlerweile sind neue Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 im Umlauf, die teilweise als besorgniserregend gelten, weil sie teilweise hochansteckend sind und sich dadurch sehr schnell verbreiten. Erfahren Sie hier wie gefährlich die neuen Virusvarianten sind und wie Sie sich am besten schützen können.

Was bedeuten die verschiedenen Varianten des Coronavirus für uns und was weiß man über sie?
Seit Ende 2020 wird über die zunehmende Verbreitung neu aufgetretener Virusvarianten berichtet, die zunächst in Großbritannien (Alpha), Südafrika (Beta), Brasilien (Gamma) oder Indien (Delta & Kappa) entdeckt wurden. Virusvarianten werden im Volksmund oft vereinfacht und irreführenderweise als Mutationen bezeichnet. Diese Varianten weisen eine erhöhte Übertragbarkeit und höhere Reproduktionsanzahl auf. Um einen besseren Überblick über Virusvarianten zu bekommen, fördert die Bundesregierung die bundesweite Sequenzierung der Viren. Virologische Basisdaten und Informationen zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 stellt das Robert Koch-Institut (RKI) hier zur Verfügung. Angesichts der neu aufgetretenen Varianten ist es umso wichtiger, die AHA-Formel konsequent zu beachten, um generell eine Übertragung des Coronavirus zu verhindern und die Ausbreitung der neuen, möglicherweise noch stärker ansteckenden Varianten einzudämmen.

Wie gefährlich sind die Coronavirus-Varianten?
Mittlerweile haben sich mehrere Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 massiv verbreitet. Gerade die Virusvariante Delta tritt weltweit vermehrt auf und gilt als besorgniserregend.

Wenn Viren in Körperzellen gelangen, vervielfältigen sie sich dort. Das heißt: Es entstehen unzählige Duplikate. Bei diesen Vorgängen passieren immer wieder kleine Kopierfehler (Virusvarianten) in der Erbinformation des Virus (Genom). Dabei handelt es sich um einen natürlichen Prozess bei dem durch Anhäufung mehrerer Varianten willkürlich neue Varianten mit charakteristischem Variantenprofil entstehen, die in den meisten Fällen zu keinen gravierenden Eigenschaftsveränderungen des Virus führen. Virusvarianten werden im Volksmund oft vereinfacht und irreführenderweise als Mutationen bezeichnet. Auch vor den neuen Virusvarianten ist das Coronavirus SARS-CoV2 bereits mutiert. Doch den neuen Formen gilt eine besondere Aufmerksamkeit, denn: Laboruntersuchungen sowie eine Risikoeinschätzung des Europäischen Zentrums für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) haben ergeben, dass sich einige Virusvarianten leichter von Mensch zu Mensch übertragen oder schwerere Krankheitsverläufe zur Folge haben.

Was wissen wir über die Corona-Mutation Alpha?
Seit Herbst 2020 verbreitet sich die sogenannte Variante Alpha (B.1.1.7) des SARS-CoV-2-Virus im Vereinigten Königreich. Die Virusvariante hat sich in allen Landesteilen Großbritanniens verbreitet und macht dort den größten Teil aller erfassten SARS-CoV-2-Infektionen aus, da sie sich noch leichter von Mensch zu Mensch überträgt als die bisher verbreiteten Formen. Weltweit hat sich diese Virusvariante rasant ausgebreitet. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) bestätigt,  liegt mittlerweile auch in Deutschland der Anteil der Infektionen mit der Variante Alpha bei über 90%. Alpha weist eine erhöhte Reproduktionszahl sowie Viruslast auf. Nach bisherigen Erkenntnissen und Studien gibt es zudem Hinweise darauf, dass eine Infektion mit dieser Corona-Variante mit einer erhöhten Fallsterblichkeit einhergehen könnte. Weitere Untersuchungen werden ein klareres Bild über die veränderten Eigenschaften der Virusvariante zeichnen.

Was wissen wir über die Corona-Mutation Beta?
Im Dezember 2020 wurde eine weitere Mutation auffällig – die sogenannte Virusvariante Beta aus Südafrika. Infektionen mit Beta werden zunehmend auch in Europa festgestellt. Der Anteil der Infektionen mit der Variante Beta liegt jedoch in Europa meist im einstelligen Bereich. In Südafrika ist die Virusvariante mittlerweile für die meisten Corona-Infektionen verantwortlich. Über diese Virusvariante aus Südafrika wurde ebenfalls erstmals im Dezember 2020 berichtet. Mehrere Studien weisen auch darauf hin, dass Menschen, die mit der ursprünglichen Variante infiziert waren oder einen auf dieser Variante beruhenden Impfstoff erhalten haben, weniger gut vor einer Infektion mit Beta geschützt sind, denn die neutralisierenden Antikörper, die das Immunsystem gebildet hat, sind gegen das veränderte Virus weniger wirksam. Auch für diese Variante wird eine höhere Übertragbarkeit diskutiert.

Was wissen wir über die Corona-Mutationen Delta und Kappa?
Die zuerst im Oktober 2020 in Indien im Bundesstaat Maharshtra detektierte Virusvariante B.1.617 wird in drei Linien unterteilt (B.1.617.1 (Kappa), B.1.617.2 (Delta) und B.1.617.3). Die Delta ist mittlerweile auch durch die WHO und das ECDC als besorgniserregende Variante (Variant of Concern (VoC)) eingestuft. Die Variante Kappa wurde außerhalb Indiens bereits in mehreren Ländern Asiens, Europas (insbesondere in Großbritannien), Nordamerika und Ozeanien nachgewiesen. In Großbritannien hat der Anteil von Delta in den vergangenen Wochen erheblich zugenommen. In einigen Regionen ist sie bereits vorherrschend. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist die Variante Delta mindestens so übertragbar wie Kappa. Schätzungen zufolge könnte die Variante aber sogar bis zu 50% ansteckender sein. Es gibt zudem Hinweise darauf, dass eine Infektion mit dieser Virusvariante mit einer erhöhten Hospitalisierungsrate einhergehen könnte. Außerdem weisen Studien auf eine verminderte Wirksamkeit von neutralisierenden Antikörpern gegen B.1.617.2 hin, wodurch beispielsweise einige, auf monoklonalen Antikörpern basierende Therapeutika oder aber auch Impfstoffe, die auf dem Ursprungsvirus basieren, weniger wirksam sein könnten. Daten aus Großbritannien lassen allerdings vermuten, dass die Impfstoffwirksamkeit zumindest gegen symptomatische Infektionen nach 2 Impfstoffdosen wohl vergleichbar mit der Wirksamkeit gegen B.1.1.7 ist (Astra Zeneca und BioNTech/Pfizer).


Quellen: Bundesministerium für Gesundheit, RKI, WHO, ECDC...Stand 08.11.2021

 

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