Arztpraxis Dipl.-Med. Marion Eggert
Fachärztin für Innere Medizin - Hausärztin - Palliativmedizin - Akupunktur

Corona...was ist was? Infos und Wissenswertes zu COVID-19

Was genau ist eigentlich der COVID-19-Virus?
Coronaviren wurden erstmalig Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Der Name "Coronavirus" bezieht sich auf das Aussehen der Coronaviren unter dem Mikroskop, das an eine Krone oder einen Kranz erinnert (lateinisch corona = Kranz, Krone). Ein Teil der Erkältungskrankheiten des Menschen wird durch Coronaviren ausgelöst. Das neuartige Coronavirus wird als "neuartig" bezeichnet, da es sich um ein neues Virus der Virusfamilie der Coronaviren handelt, das erstmals im Dezember 2019 identifiziert wurde. Seit dem 11. Februar 2020 trägt dieses Virus, das vorläufig mit 2019-nCoV bezeichnet wurde, einen neuen Namen: SARS-CoV-2. Das Akronym SARS steht hierbei für “Schweres Akutes Atemwegssyndrom”. Die Erkrankung, welche durch SARS-CoV-2 ausgelöst wird, wird mit COVID-19 bezeichnet (Corona Virus Disease 2019). Coronaviren können Menschen oder Tiere infizieren. In manchen Fällen können Coronaviren, die zuvor ausschließlich Tiere infiziert haben, auf den Menschen übertreten, sich dort weiterverbreiten und auch zu schweren Erkrankungen führen. In der Vergangenheit war das bei den Ausbrüchen von SARS-CoV (Severe Acute Respiratory Syndrome) und MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome) der Fall. Auch bei dem neuartigen Coronavirus trifft dies vermutlich zu.

Unterschiede zwischen PCR-Test und PoC-Test
Der PCR-Test gilt als das zuverlässigste Verfahren, um einen Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 abzuklären. Wie funktioniert der PCR-Test und wann wird er durchgeführt?

Der PCR-Test ist der Goldstandard unter den Corona-Tests. Mittels PCR-Test kann in einer Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege zuverlässig nachgewiesen werden, ob Erreger vorhanden sind.
Beim PCR-Test handelt es sich um ein Standardverfahren in der Diagnostik von Viren. Der Test beruht auf der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR). Dabei wird Erbmaterial des Virus vervielfältigt. Dadurch gelingt es, Viren nachzuweisen, auch wenn erst wenige Erreger vorhanden sind. Der PCR-Test hat also eine hohe Sensitivität – er weist das Virus mit einer hohen Treffsicherheit nach. Zudem wird gezielt nur das Erbmaterial des Coronavirus SARS-CoV-2 vervielfältigt. Der Test hat damit eine hohe Spezifität, weist also genau das gewünschte Virus nach.
Der PCR-Test gilt als das zuverlässigste Verfahren, um den Verdacht auf eine akute Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 abzuklären. Es ist der ausschlaggebende Test für die Entscheidung, ob eine Person sich aufgrund einer SARS-CoV-2-Infektion in Isolierung begeben muss. Die Nationale Teststrategie gibt Empfehlungen, in welchen Situationen welche Tests verwendet werden sollen. Die Testung ist für die betroffene Person kostenlos. Der PCR-Test sollte bevorzugt werden:

  • bei Symptomen, die auf eine Erkrankung an COVID-19 hindeuten,
  • bei Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall,
  • vor Aufnahme in Krankenhäusern, Pflege- und weiteren medizinischen Einrichtungen oder wenn dort Fälle auftreten.

Für den PCR-Test wird in der Regel eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege entnommen. Der Abstrich erfolgt durch den Mund von der Rachenwand und/oder über die Nase aus dem Nasen-Rachenraum. Aus den tiefen Atemwegen können Proben durch Hustenauswurf, Spülungen oder die Entnahme von Sekret aus der Luftröhre gewonnen werden. Welche Methode der Probenentnahme im Einzelfall gewählt wird, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt. Die Analyse der Probe mit dem PCR-Verfahren erfolgt in einem Labor. Mit dem Verfahren der PCR wird Erbmaterial des Virus so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es zuvor nur in geringen Mengen vorlag.

Der PoC-Test (Point of Care) ist ein Schnelltest auf das Coronavirus SARS-CoV-2, der durch geschultes Personal vor Ort durchgeführt wird und ausgewertet wird. Wie läuft der Antigen-Test ab und wie zuverlässig ist er?
Für den Antigen-Schnelltest wird von geschulten Personen eine Probe aus den Schleimhäuten der Atemwege entnommen. Der Abstrich erfolgt durch den Mund von der Rachenwand und/oder über die Nase aus dem Nasen-Rachenraum. Die Probe wird anschließend auf einen Teststreifen gegeben. Das Testergebnis kann nach 15 bis 30 Minuten abgelesen werden.
Antigen-Tests funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie Schwangerschaftstests. Die Antigen-Tests auf SARS-CoV-2 weisen bei einer Infektion bestimmte Eiweiße des Coronavirus SARS-CoV-2 in den Schleimhäuten der Atemwege nach. Der Antigen-Test ist weniger sensitiv als ein PCR-Test. Das bedeutet, dass eine größere Virusmenge notwendig ist, damit ein positives Ergebnis angezeigt wird. Wenn beispielsweise kurz nach einer Ansteckung erst wenige Viren vorhanden sind, kann der Antigen-Test noch negativ ausfallen, obwohl die getestete Person infiziert ist.
Außerdem ist ein PoC-Test nicht so spezifisch wie ein PCR-Test. Das heißt, beim Antigen-Test kommt es häufiger vor als beim PCR-Test, dass ein positives Ergebnis angezeigt wird, wenn die Person gar nicht infiziert ist. Auch wenn in der Mehrzahl der Fälle das Ergebnis des Antigen-Tests korrekt ist, sollte ein positives Ergebnis immer durch einen PCR-Test bestätigt werden
Antigen-Tests werden verwendet, wenn schnell geprüft werden soll, ob möglicherweise eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorliegt. Antigen-Schnelltests kommen schon länger beispielsweise in Pflegeheimen oder Krankenhäusern zum Einsatz. Die Nationale Teststrategie empfiehlt Antigen-Tests beispielsweise für Reihentestungen von Erkrankten bzw. Betreuten und Personal in Krankenhäusern, Pflege- und anderen medizinischen Einrichtungen oder vor dem Besuch solcher Einrichtungen. Weitere Einzelheiten können Sie der Nationalen Teststrategie sowie den Testkonzepten der jeweiligen Einrichtungen entnehmen. Antigen-Tests können zudem zusätzliche Sicherheit in konkreten Situationen im Alltag geben – etwa bei einem privaten Besuch oder vor einem Theater- oder Kinobesuch, wenn diese wieder geöffnet haben. Seit dem 8. März 2021 können sich alle Bürgerinnen und Bürger einmal wöchentlich kostenfrei mit einem Antigen-Test in Arztpraxen testen lassen. 

Was ist der 7-Tage Inzidenzwert?
Die 7-Tage-Inzidenz ist eine wichtige Grundlage für die Einschätzung der Entwicklung der Corona-Pandemie. Der Wert bildet die Fälle pro 100.000 Einwohner*innen in den letzten 7 Tagen ab. Für die Berechnung werden die Daten der Bevölkerungsstatistik des Statistischen Landesamtes des jeweiligen Bundeslandes verwendet.
Die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz erfolgt auf Basis des Meldedatums, also dem Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Für die heutige 7-Tage-Inzidenz werden die Fälle mit Meldedatum der letzten 7 Tage gezählt. Der aktuelle Tag wird dabei nicht in die Berechnung einbezogen, weil an diesem noch weitere Meldungen erfolgen können und somit nicht volle 7 Tage berücksichtigt würden. Daten von Meldefällen am Vortag, die von den Gesundheitsämtern später als 10 Uhr werktags bzw. später als 12 Uhr an Wochenend- und Feiertagen an das Landesamt für Verbraucherschutzt übermittelt werden, können für den täglichen Bericht nicht berücksichtigt werden. Aus diesem Grund kann die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz in den Landkreisen und kreisfreien Städten höher ausfallen.

Was ist der R-Wert?
Die Reproduktionszahl beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt. Am Anfang einer Pandemie gibt es den Startwert R 0 (auch: Basisreproduktionszahl), der beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, wenn die gesamte Bevölkerung empfänglich für das Virus ist (weil es noch keine Immunität in der Bevölkerung gibt), noch kein Impfstoff verfügbar ist und noch keine Infektionsschutzmaßnahmen getroffen wurden. R 0 ist eine Größe, die für eine bestimmte Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt spezifisch ist, es kann somit kein allgemeingültiger Wert angegeben werden.

Bei SARS-CoV-2 wurden für die entsprechenden Bevölkerungen R 0 zwischen 2,8 und 3,8 geschätzt, das heißt jeder Infizierte steckt im Mittel zwischen drei und vier Personen an. Die so genannten "besorgniserregenden Virusvarianten" weisen wahrscheinlich eine höhere Übertragbarkeit auf. Ohne Gegenmaßnahmen würde die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen und erst dann sinken, wenn ein sehr großer Teil der Bevölkerung eine Infektion bzw. Erkrankung durchgemacht haben, also immun sind und das Virus ihrerseits nicht mehr weiterverbreiten können. Dann ist die so genannte Herdenimmunität erreicht. Dieser Anteil der Bevölkerung, der bis zum Erreichen der Herdenimmunität notwendig ist, ist abhängig vom R 0-Wert. Bei einem R 0-Wert von 3 liegt diese Schwelle bei 67%, bei einem R 0-Wert von 4 bei 75%.